Pflegesachleistungen und Pflegegeld

Allgemeine Informationen zu Pflegesachleistungen, Pflegekosten und Pflegegeld

Wo und wann immer es möglich und realisierbar ist, sollte die häusliche Altenpflege Vorrang gegenüber der stationären Unterbringung in einem Heim haben. Getreu dem Bild vom alten Baum, den man nicht verpflanzt, ist auch die Situation der Pflegebedürftigkeit in den eigenen vier Wänden für alle Beteiligten deutlich angenehmer.

Zu Hause – in der bekannten und so vertrauten Umgebung – gepflegt werden zu können, ist der Wunsch vieler Senioren.

Die Pflegegrade werden wir folgt unterschieden:

Pflegegrad 1

Pflegebedürftige in Pflegegrad 1 sind nur in einem geringen Maß in ihrer Selbstständigkeit beeinträchtigt. Sie können viele Bereiche ihres Alltags noch gut alleine bewältigen.

Pflegegrad 2

Pflegebedürftige in Pflegegrad 2 haben eine erhebliche Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit. Sie sind in einigen Bereichen ihres Alltags auf Unterstützung angewiesen.

Pflegegrad 3

Pflegebedürftige in Pflegegrad 3 haben eine schwere Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit. Sie benötigen in vielen Bereichen des Alltags Unterstützung.

Pflegegrad 4

Pflegebedürftige in Pflegegrad 4 haben eine schwerste Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit. Sie benötigen in allen Bereichen des Alltags Unterstützung.

Pflegegrad 5

Pflegebedürftige in Pflegegrad 5 haben eine schwerste Beeinträchtigung ihrer Selbstständigkeit. Sie benötigen in allen Bereichen des Alltags Unterstützung und sind auf spezielle pflegerische Versorgung angewiesen.

Wer kann einen Antrag auf Pflegegeld stellen, wer bekommt Pflegekosten erstattet?

Es gibt Angehörige, die keine Pflegesachleistungen durch ambulante Pflegedienste in Anspruch nehmen wollen. Sie wollen die Pflege selbst organisieren und denken viel über die Pflegekosten nach. In Fällen dieser Art unterstützt der Gesetzgeber das Engagement und gewährt auf Antrag ein Pflegegeld und übernimmt die Verhinderungspflege.

Vor dem Hintergrund dieser Regelung gelten nur solche Personen als Pflegepersonen, die diese Arbeiten nicht erwerbsmäßig durchführen – aber für wenigstens 14 Stunden pro Woche Pflegeleistungen erbringen.

Das Pflegegeld und die Pflegesachleistungen stellen eigentlich direkte Alternativen dar, können aber trotzdem auch miteinander kombiniert werden. Auch die Kosten für Pflegehilfsmittel zählen mit zu den Pflegekosten. Diese Pflegekosten werden von den Kassen immer dann übernommen, wenn sie nicht von einem anderen Leistungsträger übernommen und gezahlt werden.

Die Voraussetzung dafür ist dann aber, dass die Pflege dadurch eindeutig erleichtert und eine selbstständigere Lebensführung erst ermöglicht wird bzw. eine Verbesserung der Beschwerden des Pflegebedürftigen erreicht wird.

Ihr monatlicher Anspruch auf Pflegegeld:

  • keine Geldleistungen in Pflegegrad 1
  • 316 Euro in Pflegegrad 2
  • 545 Euro in Pflegegrad 3
  • 728 Euro in Pflegegrad 4
  • 901 Euro in Pflegegrad 5

Generell erhalten alle Betroffenen mit einem Pflegegrad pro Monat 125 Euro als Kostenerstattung für Betreuungs- und Entlastungsleistungen.
Kombination von Pflegegeld und Pflegesachleistungen

Diese Kombinationsleistungen erhalten pflegende Angehörige, wenn sie neben der privat erbrachten Pflege zusätzlichen einen Pflegedienst beauftragen. Sollte beispielsweise der Betrag der Leistungen des Pflegedienstes 70% der Pflegesachleistungen ausmachen, werden auch 70% des Pflegegeldes verrechnet. So bleiben dem pflegenden Angehörigen noch 30 % des Pflegegeldes. Entscheidet man sich für diese Kombinationsleistung, ist man für sechs Monate daran gebunden.